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TECHNIK
IM KINO
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| GESCHICHTE |
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Anfänge der Kinematographie reichen in das 19. Jahrhundert zurück.
Thomas Alva Edison entwickelte 1887 in Amerika die ersten Aufnahme-
und Betrachtungsgeräte für "bewegte Bilder". Auf einem perforierten
Filmstreifen Zelluloid wurden mit dem Kinematographen - ein Vorläufer
der Filmkamera - kurze Szenen aufgenommen und später im Kinetoscope
- einer Art Guckkasten - vorgeführt. Dabei mußte der Betrachter durch
eine Linse blicken, während der Filmstreifen mit Hilfe einer Handkurbel
bewegt wurde. Der Erfinder, William Friese-Greene, erhält zwei Jahre
später das Patentrecht für den ersten weitgehend modernen Filmapparat. |
Ernemann-Projektor
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Vorführraum
1914 |
Geburtsstunde
des Kinos
Als eigentliche
Geburtsstunde des Films gilt für Cineasten der 28. Dezember 1895.
An diesem Tag stellen die Gebrüder Auguste und Louis-Jean Lumiére
in Paris einem zahlenden Publikum ihren Kinematographen vor, der
eine verbesserte Weiterentwicklung der Edison-Erfindung ist. Ein
perforierter Filmstreifen wird vor ein Bildfenster gezogen, belichtet
und danach automatisch weiter transportiert. Als die Brüder Lumiére
ihre Erfindung zum Patent anmeldeten, machten sie sich aber wenig
Hoffnung auf wirtschaftlichen Erfolg.
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| "Meine
Erfindung ist unverkäuflich. Sie kann für einen begrenzten Zeitraum als
wissenschaftliche Kuriosität vermarktet werden, hat aber darüber hinaus
keinerlei kommerziellen Wert", meinte Auguste Lumiére 1895. |
Die erste Vorführung
fand im Grand Café in Paris am 28.12.1895 statt, die Einnahmen beliefen
sich auf 33 Franc. Das Kino war geboren.
Ein Jahr später fügte der deutsche Erfinder und spätere Filmproduzent
Oskar Meßter dieser Apparatur eine weitere Verbesserung hinzu, das
von ihm entwickelte "Malteserkreuz" transportierte die Bilder im Projektor
in nahtloser Folge und machte damit erstmals eine einwandfreie Vorführung
möglich. In Amerika entstanden immer mehr Ladenkinos, sogenannte "Nickelodeons"
in Europa wurde das Wunder der "bewegten Bilder" fester Bestandteil
von Varieté-Vorführungen und Rummelplätzen. |

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Der französische Geschäftsmann
Charles Pathé und sein Bruder Emile erkennen die Zeichen der Zeit, sie
gründen die Produktionsgesellschaft "Cinema Pathé", die sich auf die Herstellung
von Serienfilmen spezialisiert und zu damit weltweit zum führenden Filmunternehmen
avanciert.
Die Zuschauer
stehen Schlange, um das aufregende Filmerlebnis nicht zu verpassen - das
Kino hat seine ersten Hits. Eine völlig neue Situation entsteht 1911,
als damit begonnen wurde, die Schauspieler im Film zu nennen, der Starkult
war geboren. Darsteller, wie Pola Negri und Asta Nielsen werden in das
rechte Licht gerückt, Klatschgeschichten über das Privatleben der Stars
werden gezielt verbreitet, die ersten Fanmagazine erscheinen.
Beginn des Tones
War das Stummfilmkino
niemals wirklich stumm - von Anfang an war das Kinoklavier, mechanische
Musikautomaten, später Schallplatten oder sogar ein ganzes Orchester als
Begleitung zu den Bildern eingesetzt gewesen - so nahm die Entwicklung
doch mit dem ersten Tonfilm 1927 eine neue Wendung. "Der Jazzsänger" war
der erste Tonfilm, von Warner Bros. noch als Stummfilm gedreht, mit Texteinblendungen
wie im Stummfilm üblich, doch sprach der Hauptdarsteller Al Jolson ganze
280 Worte in diesem Film. Obwohl diese "Talkies" (sprechende Filme) bereits
von Anfang an populär waren - wohl eher wegen der unterhaltsamen Synchronisation
als der Dramaturgie der Texte - sagten sogar die scharfsinnigsten Filmmogule
dieser Zeit dem neuen Tonfilmmedium vorher, daß es sich nicht lange halten
würde. Aber der Siegeszug des Tonfilms war durch nichts aufzuhalten.
Der Farbfilm kommt
Parallel dazu entwickelte
sich der Farbfilm schrittweise und steigerte sich von der handcolorierten
Kopie - "Intoleranz, die Tragödie der Menschheit", 1916 - über das zweifarbige
Technicolor bei "Das Geheimnis des Wachsmuseums", 1933 und das dreifarbige
Technicolorverfahren bei "Jahrmarkt der Eitelkeiten", 1935, hin zu den
leuchtenden Szenen von "Das zauberhafte Land", 1939 und den ersten Cinemascope-Film
"Vom Winde verweht", 1939. Der schwarz-weiß-Film lebte als Alternative
weiter.
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Vorführraum
in den 60er Jahren |
Als
das Kino in den 50er Jahren vom Fernsehen bedroht wurde, erlebte es
viele neue, zum Teil schon früher bekannte Projektionstechniken, die
die Zuschauer ins Kino locken sollten: 3-D, Cinerama, Cinemascope,
Vista-Vision und Todd-AO (70 mm Film), wobei ein Teil davon heute
nicht mehr besteht und diese eher als kuriose Gags zu bezeichnen sind.
Die technische Entwicklung des Filmmaterials als Bildträger, der Kameras
und der Projektionsgeräte ging schrittweise voran, ohne daß sich am
Grundmaterial, dem 35 mm breiten, beidseitig perforierten Film, wie
er bereits von Thomas Alva Edison eingesetzt wurde, etwas veränderte.
George Eastman "Kodak", ließ sich bereits 1889 den flexiblen fotografischen
Film patentieren. |
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Blieb somit
das Trägermaterial Film nunmehr über 100 Jahre im Format und mit Ausnahme
der qualitativen Materialänderungen unverändert, so fand die weitere technische
Entwicklung vor allem in der Bild- und Tonaufnahmetechnik und -wiedergabe
eine entscheidende Entwicklung.
Vorerst hielt der Stereoton in den Kinos Einzug, gefolgt von dem von Dr.
Ray Dolby erfundenen Rauschunterdrückungssystem, dem Dolby-A und dem Dolby
Surround System, vorerst noch in analoger Form mit 4 Kanälen, dann schließlich
auch in digitaler Form mit 6 Kanälen, das den Filmbesucher immer mehr in
das Filmgeschehen rücken läßt. Neben dem Dolby Digital System gibt es auch
das mit Steven Spielbergs "Jurassic Park" 1993 präsentierte Digital Theater
System (dts), bei welchem sich der Ton auf einem oder zwei CD-ROMs befindet,
die mittels Timecoder mit dem Film synchronisiert sind. |
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| TECHNIK
HEUTE |
| Das
Trägermaterial "Film" ist seit dem Patent durch George Eastman 1889
unverändert 35 mm breit und beidseits perforiert. Bei der Bildgröße
gibt es 4 Formate: |
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Normalbild,
mit einem Höhen- Breitenverhältnis von 3 : 4 = 1 : 1,33 und
entspricht dem Format des Normal-Fernsehbildes |
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Breitwand,
mit einem Höhen- Breitenverhältnis von 1 : 1,65 |
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Breitwand,
mit einem Höhen- Breitenverhältnis von 1 : 1,85 |
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Cinemascope,
mit einem Höhen- Breitenverhältnis von 1 : 2,31 |
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Im Vergleich hiezu
bildet das neue Fernsehformat 9 : 16 ein Zwischenformat im Breitwandverhältnis,
mit einem Höhen- Breitenverhältnis von 1 : 1,78
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Der moderne
Film verfügt in der Regel über zumindest 2, aber oft auch mehr Tonspuren,
| a) nämlich
der analogen Licht-Ton-Spur, die einseitig neben dem Bild fototechnisch
mitkopiert wird; |
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b)
der Dolby-Digital-Tonspur, die zwischen den Perforationslöchern
einkopiert wird; |
c)
der dts-Digital-Ton-Synchronspur und |
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d) der beidseits außerhalb der Perforation angebrachten SDDS
- Digital-Tonspur für das Sonysystem. |
| Der
Dolby-Analog-Ton verfügt über 4 Kanäle, die mittels Prozessor
getrennt werden, nämlich rechter Kanal, linker Kanal, Center
und Surround-Ton, die Bässe werden gesondert ausgefiltert und
über den Subwoofer übertragen. Die Digitalsysteme verfügen über
6 Kanäle, wobei eben zusätzlich zu den bereits genannten 4 Kanälen
rechter und linker Surroundkanal hinzukommen, sodaß auch der
Surroundton in rechts und links geteilt ist. |
Tonanlage
im Kino
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